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Wie alles begann: 1945 - Nachkriegszeit
Spremberg-Wilhelmsthal

Im und nach dem 2. Weltkrieg

Im 2. Weltkrieg war eine ehemalige Papierfabrik in Spremberg-Wilhelmsthal Lazarett und Kriegsgefangenenlager. In den Jahren nach dem Ende des 2. Weltkrieges fanden insbesondere Kriegsblinde und sonstige Sehgeschädigte in diesem Objekt in "Wilhelmsthal bei Spremberg in der Niederlausitz" eine neue Heimat. Mehr und mehr kamen aber auch mehrfachbehinderte Menschen mit Sehbehinderungen hinzu, die es in den sowieso schwierigen Jahren nach dem 2. Weltkrieg besonders schwer hatten.

In der ehemaligen DDR

In Spremberg-Wilhelmsthal erhielten immer mehr "geistig behinderte Sehschwache" Fürsorge, Pflege, aber auch Arbeit. Aus der alten Papierfabrik wurde zunehmend ein Pflegeheim, in dem aus allen Gegenden der ehemaligen DDR mehrfachbehinderte Blinde und Sehbehinderte kamen. Die marode Gebäudestruktur des Heimes erforderte Mitte der 80er Jahre einen Neubau, der insbesondere durch den "Blinden- und Sehschwachenverband der DDR" erkämpft wurde. 1987 erfolgte die feierliche Einweihung des neuen Sonderpflegeheimes mit geschützter Werkstatt "Dr. Helmut Pielasch" im Spremberger Wiesenweg. In das Heim wurden nun verstärkt mehrfachbehinderte Blinde aus der ganzen ehemaligen DDR aufgenommen, die alternativ nur in Altenpflegeheimen hätten leben können und es wurde dadurch gewissermaßen zum Zentrum der Betreuung solcher Menschen in der ehemaligen DDR.

Die Wende: 1990 und danach

Am 4. Oktober 1990 wurde unter Federführung von engagierten Bürgern der Verein "Behindertenwerk Spremberg e.V. - BWS" gegründet. Ziel war es, das Zuhause der im ehemaligen "Sonderpflegeheim" beheimateten Menschen zu erhalten, denn das Gesundheitswesen in der ehemaligen DDR, zu dem das Heim gehörte, brach völlig zusammen. Der Standort des damaligen "Sonderpflegeheimes" war somit im Jahre 1990 gewissermaßen die "Geburtsstätte" unser beiden Unternemen.

Dabei haben wir nicht bei Null begonnen, sondern die Erfahrungen von Partnern aus dem Saarland (Werkstattzentrum für behinderte Menschen der Lebenshilfe gGmbH Spiesen-Elversberg) und Würzburg (Blindeninstitutsstiftung Würzburg) genutzt.

Ende 1990 wurde das erste Gewerk im Arbeitsbereich der anerkannten Werkstatt für behinderte Menschen, die Druckerei, eingerichtet. Im Januar 1991 erfolgte der erste Probedruck. In den Folgejahren wurden die Gewerke "Keramik", "Papier- und Textilverarbeitung", "Weben", "Montage" und "Garten- und Landschaftspflege" im Arbeitsbereich aufgebaut. In dem ehemaligen Wohnheim und im Pflegeheim begann die Sanierung. Je nach Behinderung und nach dem Grundsatz: "Hilfe zur Selbsthilfe" wird nun ein differenzierter Wohnraum angeboten. Die BWS-Werkstatt, die stationären Wohnformen und das Pflegeheim wurden in die im Jahre 1994 gegründete BWS Behindertenwerk GmbH, deren alleiniger Gesellschafter der Behindertenwerk Spremberg e.V. - BWS ist, integriert.

Heute können wir auf eine erfolgreiche Entwicklung zurückblicken. Wir verfügen nun an mehreren Standorten über eine moderne BWS-Werkstatt mit einem Berufsbildungsbereich, einem Förder- und Beschäftigungsbereich und einem Arbeitsbereich mit den Gewerken "Druckerei", "Garten- und Landschaftspflege", "Montagen", "Metallbau", "Wäscherei", "Gebäudeservice" und "Gastronomie" in Form eines Hotelbetriebes in Burg/Spreewald, dem "Fiedermannhof" und einer Begegnungsstätte mitten im Zentrum von Spremberg, der "Bücherklause". Zudem haben wir neue behindertengerecht ausgestattete Wohnformen, ein Pflegeheim, mit der speziellen Ausrichtung für blind- und sehbehinderte Menschen als einziges Pflegeheim im Land Brandenburg mit einem solchen Profil, eine überregionale Frühförderung für sinnesbehinderte Kinder und einen Ambulanten Pflegedienst sowie weitere soziale Angebote aufgebaut. Besonders stolz sind wir auf unseren derzeit im Bau befindlichen inklusiven BWS-Betriebskindergarten, der Ende 2013 in Betrieb gehen wird. Bis heute legen wir entsprechend unserer Tradition einen besonderen Schwerpunkt auf die Betreuung von blinden und sehbehinderten Menschen.

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